Herisau
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Herzgesund in Herisau

Wie funktioniert ein Herz und wie wird es gesteuert? Was versteht man unter dem kleinen und grossen Kreislauf? Welche Funktionen hat die durch die Herztätigkeit angetriebene Blutzirkulation? Um diese Fragen zu beantworten, wohnten vergangenen Mittwoch 60 Personen dem Vortrag «Das gesunde Herz im Alter» von Dr. Remy Chenevard in Herisau bei. Dieser wurde von der Organisation «Zwäg is Alter» organisiert.

Am Flipchart veranschaulichte Dr. Chenevard wie das Herz aufgebaut ist. Es folgten eindrückliche Zahlen: 6 Liter Blut pro Minute pumpt das Herz in Ruhe, das entspricht etwa einem Deziliter pro Schlag. Bis zu  40 Litern pro Minute kann diese Leistung bei Sportlern und unter Anstrengung gesteigert werden. Die Arbeitsleistung unseres Herzens beträgt 100'000 Schläge pro Tag. Mitgebrachte Modelle des Herzens, von Herzklappen und Schrittmachern veranschaulichten den Vortrag.

Nach diesen Grundlagen erläuterte er normale Alterungsprozesse des Herzens und deren Auswirkungen. Dann folgten Erklärungen zu verschiedenen Herzkrankheiten und wie diese therapiert werden. Ebenso besprochen wurden verschiedene  Varianten von Herzschrittmachern und die Bedeutung von Vorhofflimmern. Was sind typische Symptome eines Herzinfarkts, respektive bei welchen Anzeichen sollte man zum Arzt? Druck, Schmerz im Brustbereich mit Atemnot und Beklemmungsgefühl, Ausstrahlung in den linken Arm, Kiefer- oder Schulterschmerzen sind Alarmsignale. Aber auch Bauchschmerzen und Übelkeit können auf einen Infarkt deuten.

Wichtig waren auch die Hinweise auf Risikofaktoren. Während Geschlecht, Alter und Genetik nicht beeinflusst werden können, lassen sich die Risikofaktoren Rauchen, Zuckerkrankheit sowie zu hohe Blutdruck- und Cholesterinwerte reduzieren und damit das Risiko einer Herzerkrankung massgeblich senken. Die Empfehlung des Fachmannes lautete entsprechend: nicht rauchen und Blutdruck und Blutwerte von Zeit zu Zeit vom Hausarzt kontrollieren lassen. Dr. Chenevard beantwortete viele Fragen aus dem Publikum. Wo liegt die Belastungsgrenze mit einer Herzerkrankung? Auf den eigenen Körper zu hören, er zeige Belastungen an, sei ein gutes Mass. Nicht schonen, sondern trainieren und fordern. Machen sie Aktivitäten «zum is Schnufe cho, echli astrengend dörfs scho si», das erhöht die Leistungsfähigkeit und die Blutzirkulation verbessert sich.